Warum es für uns Frauen so unendlich wichtig ist, unsere Mutterbeziehung zu heilen

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In der heutigen Zeit haben sehr viele Frauen große Probleme dabei, sich selbst zu lieben. Das bezieht sich einerseits auf unsere Körperinnen, insbesondere auf den Schoßraum und die Brüste. Andererseits finden die meisten Frauen sich selbst als nicht gut genug, nicht liebenswert genug, nicht leistungsfähig genug, schlimmstenfalls nicht lebenswert. Das hat einen gesellschaftlichen Aspekt, der aber ganz tief verbunden ist auch mit dem zutiefst persönlichen Aspekt der Mutterbeziehung. Ja, auch hier, das private ist persönlich!

Das Thema der Selbstliebe ist so unmittelbar mit der Beziehung zur Mutter verbunden, weil in den meisten Fällen sie das Urbild von Beziehung schlechthin darstellt. In den Augen der Mutter und in den Armen der Mutter erlebt das Baby zum ersten Mal, was es bedeutet, was Liebe bedeutet, sie ist die Blaupause für alle späteren Beziehungen. Ja, das ist sie auch bei bei kleinen Buben, hier kommt aber nun die Krux: Die Mutter und die Großmutter und viele Generationen davor haben erlebt und bis in die Knochen gelernt, dass Frau sein weniger wert ist, gefährlich ist und Abhängigkeit erzeugt. Das heiß, sie nehmen andere Prägungen mit in ihre Beziehung zu den Töchtern, als zu den Söhnen und so saugen viele kleine Mädchen diese Werte mit der Muttermilch auf. Sie haben durch das Patriarchat verletzte Mütter und Großmütter, doch die selben Werthaltungen finden sie auch bei ihren Vätern, wenn sich diese ebenfalls einfinden.

Natürlich, es hat sich hier einiges verändert, doch von genug kann bei weitem noch nicht die Rede sein! Ich kenne keine Frau, die die Beziehung zu ihrer Mutter nur nährend und liebevoll beschreibt, wo nichts kompliziert oder verletzend ist. Diese Beziehung zu heilen, heißt im nächsten Schritt auch, zu lernen, sich selbst eine liebevolle Mutter zu sein, also sich selbst bedingungslos anzunehmen und zu lieben.  Dieser Weg birgt oft tiefen Schmerz, den zu transformieren für viele Frauen harte Arbeit bedeutet. Deswegen braucht er oft professionelle Unterstützung und den Austausch mit anderen Frauen. Doch es rentiert sich unendlich, diesen Weg zu beschreiten, denn dahinter warten wahre Selbstliebe und Selbstachtung, kompromissloses Stehen zu den eigenen Bedürfnissen und eine tiefe Verbindung zur weiblichen Quelle.

Doch es kommt noch mehr: Sich selbst zu heilen bedeutet hier wie sonst nirgends, auch die Generationen vor dir und die nach dir zu heilen. Es bedeutet, die eigene Tochter bedingungslos lieben zu können und ist somit ein zutiefst politischer Akt zur Befreiung der Frau.

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