Öffne dein Herz, Schwester!

Standard

Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit?

Waren wir Frauen damals hier mitgemeint? Gerade das Patriarchat hat dafür gesorgt, dass Frauen zu Konkurrentinnen und sogar Feindinnen wurden, weil sie auf Gedeih und Verderb auf ihren Mann angewiesen waren. Manch eine hat ihre Nebenbuhlerin einfach bei der Inquisition angezeigt, um sie los zu werden und die eigene Position zu stärken. Hier hat sich  – Göttin sei Dank – viel verändert und wir Frauen stehen ganz anders im Leben wie früher. Doch geht es hier nur indirekt um die Beziehung zu den Männern, die Geschlechterverhältnisse, sondern auch sehr stark um die Beziehung von uns Frauen miteinander.

Nicht wenige Frauen hacken auch heute noch liebend gerne aufeinander herum und werden manchmal zu einem Haufen gackernder Hühner, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit eines Mannes zu gewinnen. Sofort ist sie wieder da, die alte Konkurrenz, selbst wenn da gar kein echtes Interesse an diesem Mann besteht. Wenn wir genauer hinsehen, ist es nicht schwer zu erkennen, wie tief uns die Angst vor den starken, erfolgreichen Frauen in den Knochen sitzt und wie schnell wir uns von ihnen bedroht fühlen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir Frauen und auch Mama Gaia nichts dringender brauchen, als echte Schwesternschaft. In der Tiefe darauf zu vertrauen, dass die andere mir nicht in den Rücken fällt, mich nicht ausnutzt und nicht versucht, mir etwas wegzunehmen, ist oft sehr schwer. Zu schnell fühlen wir uns bedroht und zu tief sitzen bei vielen von uns die Erfahrungen, von Frauen verletzt worden zu sein. Erfahrungen aus der eigenen Geschichte, aus früheren Leben und aus dem, was unsere Ahninnen uns mitgegeben haben. Die Schwesternwunde wird das genannt und es hat schon so manches wunderbare Frauenprojekt gesprengt und zarte Versuche des Einlassens wieder zerstört.

Ein altes Bild für Frauenbeziehungen ist das des Krabbenkorbes: Wenn du Krabben gemeinsam in einen Korb setzt, kannst du den ruhig ohne Deckel stehen lassen, sie werden dir nicht entkommen. Wenn eine Krabbe versucht, aus dem Korb zu klettern, zieht die andere sie zuverlässig wieder herunter. Dieses Bild auf uns Frauen angewandt hat mich schon vor rund 25 Jahren tief erschüttert. Nein, so wollte und will ich nicht sein! Ich möchte anderen Frauen hinaushelfen und wenn ich am Hinausklettern bin, andere zu mir herauf ziehen. Ich möchte auf die ausgestreckte Hand der Schwestern vertrauen und wissen, dass sie mir zur Seite stehen werden. Ich habe mich damals für gelebte Schwesternschaft entschieden, dafür unter keinen Umständen einer Frau in den Rücken zu fallen. Das ist ein radikaler politischer Akt und wie uns die Frauenbewegung gelehrt hat, ist das Private zutiefst politisch.

Was bedeutet das aus meiner Sicht?

  • Nie ein schlechtes Wort über eine andere Frau zu sagen und statt dessen zu lernen, sich an der Vielseitigkeit, den Begabungen und der inneren wie äußeren Schönheit jeder Schwester zu fräuen. Also statt zum Beispiel der Freundin zuzuraunen: „Schau die an, DER Arsch in dieser Hose – entsetzlich!“, zu sehen und auszusprechen, wie schön es zum Beispiel ist, wenn dieser Frau ihre Begeisterung aus den Augen blitzt. Ja, diese Sachen finden sich selbstverständlich bei JEDER Schwester, sobald das Herz dafür offen ist!
  • Nie und unter keinen Umständen mit einer Frau in Konkurrenz zu treten und statt dessen das tiefe Wissen im Herzen zu stärken, dass genug für uns alle da ist. Das ist es nämlich. Immer.
  • Und jetzt wohl das Schwierigste: Nie deinen Neid oder deine Verletztheit an der anderen Frau  auszuagieren, auch dann nicht, wenn sie es war, die dich verletzt hat. Es statt dessen zu dir zu nehmen und zu hinterfragen: Was haben meine Gefühle mit mir zu tun? Zu welchem Heilschritt läd mich diese Erfahrung ein? Habe ich vielleicht unbewusst etwas zudem beigetragen, was mich gerade schmerzt? Wie kann ich das Erlebte transformieren und für meine eigenen Entwicklung nutzen, statt meinen Schmerz auf die andere Frau zu projizieren?
  • Auch heißt das, mir Zeit zu nehmen, bevor ich reagiere, um all das zu tun, was ich schon beschreiben habe und mich dann in meiner vollen Verletzlichkeit zu zeigen. Ja, mich verletzlich zu zeigen, wenn ich verletzt wurde, das braucht so viel Mut!

Nein, ich bin nicht perfekt darin geworden, obwohl ich schon so lange übe. Ich empfinde immer noch manchmal Neid und das Gefühl, vielleicht neben der anderen nicht bestehen zu können. Dennoch sind viele meiner Schwesternwunden am verheilen und ich durfte tatsächliche, tiefe Schwesternschaft und eine unbeschreibliche, tiefe, zutiefst beglückende Nähe zu anderen Frauen erfahren.

Bist du dabei?

 

 

Beschwerdefrei zur Zeit der Blutung – 10 Tipps für entspannte Tage

Standard

Die Zeit der Blutung ist für viele Frauen eine große Herausforderung. Zugleich sprechen nur wenige darüber, wenn es ihnen damit nicht gut geht, weil in den Köpfen so tief drin steckt: Das ist halt so!

Nun, das muss überhaupt nicht so sein, leider ist hier jedoch viel altes Frauenwissen verloren gegangen und viele wissen gar nicht, was sie während ihrer Tage für sich tun können. Hier also 10 Tipps für entspannte Tage:

  • Die Blutung ist ein anstrengender Vorgang für den Körper der Frau. Es geht viel Flüssigkeit, Eisen und Eiweiß verloren, das ersetzt werden sollte. Blutkörperchen gehören nachgebildet und so arbeitet der Körper auf Hochtouren. Deswegen: Raste und Schlafe jeden freien Moment und erlaube dir, das als 1. Priorität zu setzen. Ich verspreche dir, deine Energien sind dadurch nach der Blutung so kraftvoll, dass du alles gleich wieder auf grad hast!
  • Ernähre dich gesund, mit vielen hochwertigen Kohlehydraten und Eiweißen. Achte auf die Extraportion Eisen und genehmige dir 5 warme Mahlzeiten am Tag. Die Blutung ist nicht die Zeit für irgendwelche Reduktionskost!
  • Verzichte auf den Extrakick mit dem zusätzlichen Kaffee, raste statt dessen.
  • Halte deinen Bauch und deine Füße extra warm, damit deine Gebärmutter gut durchblutet ist.
  • Verwende keine Hygieneprodukte zum Einführen, sie behindern das Abfließen des Blutes und begünstigen so Krämpfe. Viele Frauen haben schon alleine deswegen keine Schmerzen mehr. Besonders angenehm und umweltfreundlich sind waschbare Stoffeinlagen und Menstruationshöschen.
  • Deine Sexualität zu leben kann wunderbar entspannen, verzichte jedoch auf eine Penetration, da diese ebenfalls zu Krämpfen führen kann.
  • Kommuniziere deine Bedürfnisse mit deiner Umgebung, damit du Unterstützung bekommst. Das gilt für den Partner, der ruhig ein paar Tage etwas mehr übernehmen kann, aber auch die Kolleginnen (vielleicht sogar die Kollegen) und einfach alle rund um dich herum.
  • Verzichte auf schweißtreibenden Sport, geh statt dessen lieber eine Runde spazieren oder mach ein paar Übungen frauenspezifisches Yoga.
  • Nimm dir Zeit für dich selbst und meditiere, zeichne oder schreibe in deinem Tagebuch. Die Zeit der Blutung ist auch ein psychisches Loslassen und es unterstützt deine Ausgeglichenheit ungemein, wenn du das bewusst tust. Dadurch entstehen oft wundervolle neue Visionen. Vielleicht magst du dir dafür sogar zu Hause ein Rotes Zelt aufbauen?
  • Trinke viel und in erster Linie warme Sachen. Hier ein wunderbarer Menstruationstee: Je 1/2 Teelöffel Fenchel, Kreuzkümmel und Koriandersamen 10 Minuten mit 1 Liter Wasser köcheln und warm über den Tag verteilt trinken.

Das klingt viel und schwer umzusetzen? Fang ruhig mit einem kleinen Schritt an und erlaube dir und deiner Umgebung, sich an deine neue Selbstfürsorge zu gewöhnen. Du wirst sehen, um so besser es dir gelingt, zur Zeit der Blutung gut auf dich zu schauen, um so ausgeglichener und kraftvoller fühlst du dich während des gesamten Zyklus.

Schlaf – nein, blut mal drüber!