Monatshygiene – und wenn ja, welche?

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Alternative Monatshygieneartikel sind inzwischen auch bei herkömmlichen Drogeriemärkten erhältlich, doch manch eine traut sich nicht drüber, weil sie zu wenig darüber weiß. Hier ein kleiner Rundblick für dich, damti du immer entspannt das gerade stimmige für dich auswählen kannst:

  • Am beliebtesten ist wohl das klassische Tampon. „Einfach rein und Ruhe ist“, wie manche Frauen sagen. Nun, das Tampon ist ausgesprochen ungesund, weil es den Abfluss des Blutes verhindert und so zu Krämpfen und anderen Beschwerden führen kann. Durch das Aufsaugen der Vaginalflora führt das Verwenden von Tampons zu häufigen Infektionen, da die örtliche Abwehr untergraben wird. Deutlich seltener entsteht das toxische Schocksyndrom. Das Robert-Koch-Institut gibt hier eine Wahrscheinlichkeit von 3-6 Fällen pro 100.000 Benutzerinnen an. Das ist jetzt nicht so arg viel, allerdings sehr wohl, wenn man bedenkt, dass dieses Vergiftungssyndrom tödlich enden kann. Ein weiteres Argument, warum ich das Tampon nicht unbedingt empfehlen kann, ist die Umweltbelastung. Sie fällt bei Bio-Produkten wie bei der österreichischen Linie „Happy Mona“ geringer aus. Ein Berg Müll wird es im Laufe des Lebens allemal.
  • Immer bekannter wird die Menstruationstasse, ein Silikonbecher, der das Blut im Vaginalgang auffängt. Die Tasse ist eine gute Alternative für Frauen, die Plug-in-Produkte bevorzugen und verursacht den geringsten Rückstau unter diesen Artikeln. Außerdem saugt sie die Vaginalflora nicht auf und unterstützt so die Schoßraumgesundheit. Manchmal dauert es ein bisschen, bis die Größe sitzt, so dass ein paar Extraanschaffungen nötig sein können. Es gibt aber auch gute Beratungsmöglichkeiten (zum Beispiel bei der „Erdbeerwoche“), die helfen, gleich die richtige Tasse zu finden. Die Investition ist gering und der Müllberg gut vermieden.
  • Das Menstruationsschwämmchen ist die dritte, mir bekannt Möglichkeit, auch unsichtbar blutend baden zu gehen. Es ist ein Naturschwamm, der nass gemacht wunderbar weich wird und sich ganz geschmeidig an den Körper anpasst. Auch das Schwämmchen verursacht keinen Schaden an der Vaginalflora, lässt sich über lange Zeit verwenden und ist so umwelt- und finanzschonend.

Soweit all jene Produkte, die Frau in die Vagina einführt. Grundsätzlich gesünder sind die nun folgenden Artikel, die den Schoßraum nicht bei seiner wichtigen Reinigungsarbeit stören. Außerdem fördern sie den Bezug zum Schoßraum und helfen, Verfärbungen den Blutes zu bemerken, die wichtige Krankheitsanzeiger sein können. Hier eine Auswahl:

  • Die klassische Binde ist wohl praktisch, aber aus zwei Aspekten doch nicht ganz zu empfehlen. Der eine ist, dass sehr viele Binden zur Gänze aus Kunststoff bestehen und so gemeinsam mit dem Blut und der Wärme vor Ort für ein sehr gutes Bakterienwachstum sorgen. Das macht sich dann oft auch beim Geruch und natürlich bei der Schoßraumgesundheit bemerkbar. Reines Menstruationsblut riecht nicht unangenehm. Der andere Aspekt ist der wirklich gigantische Müllberg, den Frau im Laufe ihres Lebens hinterlassen würde. Auch der Kostenaspekt ist hier nicht zu vergessen, wobei die gesünderen, ökologischen Produkte (z.B. „Happy Mona“) noch um einiges mehr kosten.
  • Waschbare, ökologische Stoffbinden sind etwas Wunderbares. Es gibt sie in verschiedensten Farben und Mustern, was dann das Erkennen der Blutfarbe eventuell wieder erschwert, aber für Fröhlichkeit sorgt. Manche Firmen haben sie sogar mit Auslaufschutz (z.B.: „Almo“), was richtig gut funktioniert. Die Investition ist im ersten Moment doch recht groß, im Laufe der Zeit rechnet sich das auf jeden Fall. Immer wieder mögen Frauen Stoffbinden nicht so, weil sie auftragen und spürbar sind. Andere meinen, sie haben sich sofort daran gewöhnt und lieben sie heiß.
  • Die neueste Variante an Hygieneartikel sind Menstruationshöschen. Hier ist die Stoffbinde direkt in eine Unterhose eingenäht, so dass das „Windelgefühl“ komplett wegfällt und so ein Höschen auch unter dem engen Ballkleid nicht auffällt. Der Nachteil ist, dass bei stark blutenden Frauen eventuell doch gewechselt werden muss, was in diesem Fall etwas aufwendiger ist. Auch hier gibt es inzwischen viele Farben und Formen (z.B. bei „Almo“). Wie bei den Stoffbinden gilt auch hier, dass die Umweltbelastung und Investition langfristig gering ist, die Anschaffungskosten jedoch hoch.

Mich hat der Ausdruck „Monatshygiene“ immer gestört, ich verwende ihn nur, weil ich noch keine allgemein verständliche Alternative gefunden habe. Deswegen hier noch ein Statement: NEIN, unser Mondblut ist NICHT unhygienisch! Ganz im Gegenteil enthält es erforschermaßen wunderbare Inhaltsstoffe, die nun auch in der Medizin für Heilzwecke angewandt werden. Auch heute noch gibt es Frauen in Afrika und anderswo, die ihr Blut bewusst zurückhalten und fließen lassen können, also gar keine Hygieneprodukte brauchen. Das verlangt viel Körperbewusstsein, das mit dem Tragen von äußeren Produkten ganz von selbst wächst.

Und zum Abschluss noch die schönste Art, zu bluten: Setz dich ins Moos, ganz ohne etwas zwischen deiner Yoni und Mutter Erde, atme tief und genieße den Moment!

Beitragsbild von Vulvani