Super Power Weiblichkeit

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Bist du auch eine von denen, die als Mädchen lieber ein Bub gewesen wären? Unglaublich, wenn ich mich heute ansehe, und doch war ich auch so. Ich habe zwei Brüder, die es scheinbar in vielen leichter gehabt haben, mehr sie selber sein durften und auch mehr erlaubt bekommen haben. Also war ich ein rechter Wildfang, bin immer wieder in den Wald gelaufen und hab damit gehadert, brav, ängstlich und lieb sein zu sollen.

Was unsere Gesellschaft dabei vergessen (und bekriegt) hat, ist die absolute Super Power Weiblichkeit. Unsere Blutung, die im englischen Sprachgebrauch auch „the curse“, also „der Fluch“ genannt wurde und wird, ist tatsächlich ein riesen Geschenk. Sie enthält unglaubliche Kräfte, wirkliche Schätze, die uns aberzogen und verschwiegen wurden. Auch die Fähigkeit, Kinder zu gebären und zu nähren ist einfach unglaublich. Wenn du abseits der entmächtigenden Krankenhausmaschinerie geboren hast, oder eine solche Geburt erlebt hast, dann wirst du diese Naturkraft nie vergessen, die da durch die Frau hindurch strömt. Leider wurde auch diese Kraft domestiziert und uns beigebracht, dass wir ohne medizinische Hilfe gar nicht gebärfähig wären. Zu den Mysterien der Weiblichkeit gehört auch die Menarche, die jungen Frauen werden noch heute in den Naturvölkern tief verehrt und gefeiert. Am anderen Ende, bei der weisen Alten, ist es ebenso still geworden. Statt die besondere Weisheit der alten Frauen zu ehren, die am Puls des Lebens gelebt haben, lernen wir, unsere Haare zu färben und unsere Falten zu verstecken.

Diese weiblichen Superkräfte sind so gewaltig, dass das Patriachat beschlossen hat, sie zu tabuisieren und zu bekämpfen. Das hat vielen Frauen das Leben gekostet, die sprichwörtliche Sau wurde vom „tapferen Schneiderlein“ in die Kirche gesperrt. Ja, tatsächlich, die Sau ist ein heiliges Tier der Weiblichkeit und zum Beispiel auf Malta an einer Tempelwand verewigt, so dass es eigentlich einfach die Frauen Power war, die in die Kirche gesperrt wurde.

Doch nun ist die Zeit gekommen, unsere Super Power wieder in Besitz zu nehmen. Ehren wir unsere jungen Frauen in ihrer Menarche, feiern wir die Blutung als weibliches Mysterium, verneigen wir uns vor den Gebärenden und unterstützen die Stillenden mit aller Kraft, begrüßen wir die Frauen im Wechsel, die ihre Weisheit in Besitz nehmen und fragen wir die weisen Alten um ihren ehrwürdigen Rat.

Es ist an uns, denn es ist unsere Super Power!

Zyklusaufzeichnungen – wozu denn das?

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Dein Zyklus folgt einem bestimmten Muster, das sich mit den Jahreszeiten vergleichen lässt. Da gibt es den Frühling für die Zeit nach der Blutung, den Sommer für die Zeit des Eisprungs, den Herbst für die Zeit vor der Blutung und den Winter für die Blutung selbst. Jede dieser Zeiten hat ihre besonderen Bedürfnisse und ihre Superkräfte, von denen viele Frauen gar nichts wissen.

Ein wichtiges Instrument, um diese Schätze zu heben, sind Zyklusaufzeichnungen. Dafür stelle ich dir ein Zyklusrad zur Verfügung, in das du deine psychische Befindlichkeit, deinen körperlichen Zustand, deine Energie, dein Lustempfinden und vieles mehr eintragen kannst. Für jeden Tag steht eine Spalte zur Verfügung, die du mit Farben, Symbolen und vielem mehr ausfüllen kannst. Wunderbar ist es auch, die Phasen der Mondin dazu einzutragen.

Du wunderst dich vielleicht, warum ist das ein Zyklusrad? Vielleicht hast du die Tendenz, einfach in deinen Kalender zu zeichnen. Gerade das Rad empfinde ich als so wichtig, es spiegelt die zyklische Widerkehr der Phasen und führt dir vor Augen, dass es hier kein Ziel zu erreichen gibt. Der Zyklus ist kein lineares Zusteuern auf etwas, wohin du dich ausrichten sollst, sondern ein nahtloser Übergang der Phasen ohne Anfang und Ende. Was zählt, ist das jetzt und das Vertrauen ins Morgen.

Mach diese Aufzeichnungen über ein paar Monate jeweils auf einem neuen Blatt. Leg dann die einzelnen Zyklusräder nebeneinander und du wirst sehen, wie sich zunehmend ein Muster abzeichnet, das deine ganz persönlichen Veränderungen im Verlauf des Zyklus widerspiegelt. Nun kannst du beginnen, deine Erkenntnisse, Bedürfnisse und besonderen Fähigkeiten einzuplanen. Du kannst dich darauf verlassen, dass sie im selben Muster immer wieder kommen und so kannst du sie nutzen, um dein Leben entspannter und deine Selbstfürsorge stimmiger zu gestalten. Du kannst darauf vertrauen, dass alles seine Zeit hat und diese Zeit auf immer wieder kommen wird, Zyklus für Zyklus.

Um so länger du dir diesen kleinen Moment für dich nimmst, deinen Zyklus zu beobachten, um so tiefer werden deine Erkenntnisse werden. Manche bereichernde Aha-Erlebnisse zeigen sich erst nach Jahren und dein Zyklus verändert sich im Laufe deines Lebens auch immer wieder. Nimm dir diese wertvolle Zeit für dich selbst!

Viel Fräude damit!

Prämenstruelles Syndrom und was ich dagegen tun kann

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Das Prämenstruelle Syndrom ist eine Kombination verschiedener Symptome, die Frauen vor Beginn ihrer Blutung erleben können. Diese Beschwerden gehen von psychischer Unausgeglichenheit oder sogar massiver depressiver Symptome bis hin zu starken Schmerzen im Kopf, Kreuz oder auch Bauch. Es kann so weit gehen, dass Frauen völlig aus ihrem Alltag fallen. Je nach Untersuchung sind zwischen 20 und 50% betroffen.

Offensichtlich ein massives Problem, das jedoch immer noch unter das menstruelle Tabu fällt. Der übliche Behandlungsansatz ist das Verschreiben von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille. Das ist natürlich nur ein Unterdrücken der Beschwerden, die beim Absätzen normalerweise auch gleich wieder da sind und über eine lange Liste an Begleiterscheinungen verfügen.

Was kann Frau sonst noch tun, wenn sie unter PMS leidet? Einerseits gehört dazu die Auseinandersetzung mit der eigenen Weiblichkeit. Unbewusst negative Frauenbilder, Gewalterfahrungen und ähnliche psychische Beschwerden können sich immer wieder über das PMS ausdrücken. Auch die Suche nach einer tiefen weiblichen Spiritualität zeigt sich in Gesprächen als mögliche Ursache. Zu lernen, das Leben nach dem eigentlichen zyklischen Rhythmus auszurichten, ist ebenfalls ein sehr lohnender Ansatz, der neben dem Wegfallen der Beschwerden zu einem tiefen Verständnis der eignen weiblichen Natur führt. Zusätzlich sehr hilfreich sind alternative Zugänge auf der körperlichen Ebene, die ausgleichend auf die hormonelle Situation wirken. Dazu zählen das Vaginal Steaming, die ganzheitliche Frauenheilmassage, Fruchtbarkeitsmassage, Kräuteranwendungen und vieles mehr.

Besonders wertvoll und erfolgversprechend ist die Kombination aller dieser Ansätze, die dabei unterstützen, wieder ein entspanntes, bewusstes Leben zu führen. Ein Weg, den es lohnt, zu erforschen!

Monatshygiene – und wenn ja, welche?

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Alternative Monatshygieneartikel sind inzwischen auch bei herkömmlichen Drogeriemärkten erhältlich, doch manch eine traut sich nicht drüber, weil sie zu wenig darüber weiß. Hier ein kleiner Rundblick für dich, damti du immer entspannt das gerade stimmige für dich auswählen kannst:

  • Am beliebtesten ist wohl das klassische Tampon. „Einfach rein und Ruhe ist“, wie manche Frauen sagen. Nun, das Tampon ist ausgesprochen ungesund, weil es den Abfluss des Blutes verhindert und so zu Krämpfen und anderen Beschwerden führen kann. Durch das Aufsaugen der Vaginalflora führt das Verwenden von Tampons zu häufigen Infektionen, da die örtliche Abwehr untergraben wird. Deutlich seltener entsteht das toxische Schocksyndrom. Das Robert-Koch-Institut gibt hier eine Wahrscheinlichkeit von 3-6 Fällen pro 100.000 Benutzerinnen an. Das ist jetzt nicht so arg viel, allerdings sehr wohl, wenn man bedenkt, dass dieses Vergiftungssyndrom tödlich enden kann. Ein weiteres Argument, warum ich das Tampon nicht unbedingt empfehlen kann, ist die Umweltbelastung. Sie fällt bei Bio-Produkten wie bei der österreichischen Linie „Happy Mona“ geringer aus. Ein Berg Müll wird es im Laufe des Lebens allemal.
  • Immer bekannter wird die Menstruationstasse, ein Silikonbecher, der das Blut im Vaginalgang auffängt. Die Tasse ist eine gute Alternative für Frauen, die Plug-in-Produkte bevorzugen und verursacht den geringsten Rückstau unter diesen Artikeln. Außerdem saugt sie die Vaginalflora nicht auf und unterstützt so die Schoßraumgesundheit. Manchmal dauert es ein bisschen, bis die Größe sitzt, so dass ein paar Extraanschaffungen nötig sein können. Es gibt aber auch gute Beratungsmöglichkeiten (zum Beispiel bei der „Erdbeerwoche“), die helfen, gleich die richtige Tasse zu finden. Die Investition ist gering und der Müllberg gut vermieden.
  • Das Menstruationsschwämmchen ist die dritte, mir bekannt Möglichkeit, auch unsichtbar blutend baden zu gehen. Es ist ein Naturschwamm, der nass gemacht wunderbar weich wird und sich ganz geschmeidig an den Körper anpasst. Auch das Schwämmchen verursacht keinen Schaden an der Vaginalflora, lässt sich über lange Zeit verwenden und ist so umwelt- und finanzschonend.

Soweit all jene Produkte, die Frau in die Vagina einführt. Grundsätzlich gesünder sind die nun folgenden Artikel, die den Schoßraum nicht bei seiner wichtigen Reinigungsarbeit stören. Außerdem fördern sie den Bezug zum Schoßraum und helfen, Verfärbungen den Blutes zu bemerken, die wichtige Krankheitsanzeiger sein können. Hier eine Auswahl:

  • Die klassische Binde ist wohl praktisch, aber aus zwei Aspekten doch nicht ganz zu empfehlen. Der eine ist, dass sehr viele Binden zur Gänze aus Kunststoff bestehen und so gemeinsam mit dem Blut und der Wärme vor Ort für ein sehr gutes Bakterienwachstum sorgen. Das macht sich dann oft auch beim Geruch und natürlich bei der Schoßraumgesundheit bemerkbar. Reines Menstruationsblut riecht nicht unangenehm. Der andere Aspekt ist der wirklich gigantische Müllberg, den Frau im Laufe ihres Lebens hinterlassen würde. Auch der Kostenaspekt ist hier nicht zu vergessen, wobei die gesünderen, ökologischen Produkte (z.B. „Happy Mona“) noch um einiges mehr kosten.
  • Waschbare, ökologische Stoffbinden sind etwas Wunderbares. Es gibt sie in verschiedensten Farben und Mustern, was dann das Erkennen der Blutfarbe eventuell wieder erschwert, aber für Fröhlichkeit sorgt. Manche Firmen haben sie sogar mit Auslaufschutz (z.B.: „Almo“), was richtig gut funktioniert. Die Investition ist im ersten Moment doch recht groß, im Laufe der Zeit rechnet sich das auf jeden Fall. Immer wieder mögen Frauen Stoffbinden nicht so, weil sie auftragen und spürbar sind. Andere meinen, sie haben sich sofort daran gewöhnt und lieben sie heiß.
  • Die neueste Variante an Hygieneartikel sind Menstruationshöschen. Hier ist die Stoffbinde direkt in eine Unterhose eingenäht, so dass das „Windelgefühl“ komplett wegfällt und so ein Höschen auch unter dem engen Ballkleid nicht auffällt. Der Nachteil ist, dass bei stark blutenden Frauen eventuell doch gewechselt werden muss, was in diesem Fall etwas aufwendiger ist. Auch hier gibt es inzwischen viele Farben und Formen (z.B. bei „Almo“). Wie bei den Stoffbinden gilt auch hier, dass die Umweltbelastung und Investition langfristig gering ist, die Anschaffungskosten jedoch hoch.

Mich hat der Ausdruck „Monatshygiene“ immer gestört, ich verwende ihn nur, weil ich noch keine allgemein verständliche Alternative gefunden habe. Deswegen hier noch ein Statement: NEIN, unser Mondblut ist NICHT unhygienisch! Ganz im Gegenteil enthält es erforschermaßen wunderbare Inhaltsstoffe, die nun auch in der Medizin für Heilzwecke angewandt werden. Auch heute noch gibt es Frauen in Afrika und anderswo, die ihr Blut bewusst zurückhalten und fließen lassen können, also gar keine Hygieneprodukte brauchen. Das verlangt viel Körperbewusstsein, das mit dem Tragen von äußeren Produkten ganz von selbst wächst.

Und zum Abschluss noch die schönste Art, zu bluten: Setz dich ins Moos, ganz ohne etwas zwischen deiner Yoni und Mutter Erde, atme tief und genieße den Moment!

Beitragsbild von Vulvani

 

Öffne dein Herz, Schwester!

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Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit?

Waren wir Frauen damals hier mitgemeint? Gerade das Patriarchat hat dafür gesorgt, dass Frauen zu Konkurrentinnen und sogar Feindinnen wurden, weil sie auf Gedeih und Verderb auf ihren Mann angewiesen waren. Manch eine hat ihre Nebenbuhlerin einfach bei der Inquisition angezeigt, um sie los zu werden und die eigene Position zu stärken. Hier hat sich  – Göttin sei Dank – viel verändert und wir Frauen stehen ganz anders im Leben wie früher. Doch geht es hier nur indirekt um die Beziehung zu den Männern, die Geschlechterverhältnisse, sondern auch sehr stark um die Beziehung von uns Frauen miteinander.

Nicht wenige Frauen hacken auch heute noch liebend gerne aufeinander herum und werden manchmal zu einem Haufen gackernder Hühner, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit eines Mannes zu gewinnen. Sofort ist sie wieder da, die alte Konkurrenz, selbst wenn da gar kein echtes Interesse an diesem Mann besteht. Wenn wir genauer hinsehen, ist es nicht schwer zu erkennen, wie tief uns die Angst vor den starken, erfolgreichen Frauen in den Knochen sitzt und wie schnell wir uns von ihnen bedroht fühlen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir Frauen und auch Mama Gaia nichts dringender brauchen, als echte Schwesternschaft. In der Tiefe darauf zu vertrauen, dass die andere mir nicht in den Rücken fällt, mich nicht ausnutzt und nicht versucht, mir etwas wegzunehmen, ist oft sehr schwer. Zu schnell fühlen wir uns bedroht und zu tief sitzen bei vielen von uns die Erfahrungen, von Frauen verletzt worden zu sein. Erfahrungen aus der eigenen Geschichte, aus früheren Leben und aus dem, was unsere Ahninnen uns mitgegeben haben. Die Schwesternwunde wird das genannt und es hat schon so manches wunderbare Frauenprojekt gesprengt und zarte Versuche des Einlassens wieder zerstört.

Ein altes Bild für Frauenbeziehungen ist das des Krabbenkorbes: Wenn du Krabben gemeinsam in einen Korb setzt, kannst du den ruhig ohne Deckel stehen lassen, sie werden dir nicht entkommen. Wenn eine Krabbe versucht, aus dem Korb zu klettern, zieht die andere sie zuverlässig wieder herunter. Dieses Bild auf uns Frauen angewandt hat mich schon vor rund 25 Jahren tief erschüttert. Nein, so wollte und will ich nicht sein! Ich möchte anderen Frauen hinaushelfen und wenn ich am Hinausklettern bin, andere zu mir herauf ziehen. Ich möchte auf die ausgestreckte Hand der Schwestern vertrauen und wissen, dass sie mir zur Seite stehen werden. Ich habe mich damals für gelebte Schwesternschaft entschieden, dafür unter keinen Umständen einer Frau in den Rücken zu fallen. Das ist ein radikaler politischer Akt und wie uns die Frauenbewegung gelehrt hat, ist das Private zutiefst politisch.

Was bedeutet das aus meiner Sicht?

  • Nie ein schlechtes Wort über eine andere Frau zu sagen und statt dessen zu lernen, sich an der Vielseitigkeit, den Begabungen und der inneren wie äußeren Schönheit jeder Schwester zu fräuen. Also statt zum Beispiel der Freundin zuzuraunen: „Schau die an, DER Arsch in dieser Hose – entsetzlich!“, zu sehen und auszusprechen, wie schön es zum Beispiel ist, wenn dieser Frau ihre Begeisterung aus den Augen blitzt. Ja, diese Sachen finden sich selbstverständlich bei JEDER Schwester, sobald das Herz dafür offen ist!
  • Nie und unter keinen Umständen mit einer Frau in Konkurrenz zu treten und statt dessen das tiefe Wissen im Herzen zu stärken, dass genug für uns alle da ist. Das ist es nämlich. Immer.
  • Und jetzt wohl das Schwierigste: Nie deinen Neid oder deine Verletztheit an der anderen Frau  auszuagieren, auch dann nicht, wenn sie es war, die dich verletzt hat. Es statt dessen zu dir zu nehmen und zu hinterfragen: Was haben meine Gefühle mit mir zu tun? Zu welchem Heilschritt läd mich diese Erfahrung ein? Habe ich vielleicht unbewusst etwas zudem beigetragen, was mich gerade schmerzt? Wie kann ich das Erlebte transformieren und für meine eigenen Entwicklung nutzen, statt meinen Schmerz auf die andere Frau zu projizieren?
  • Auch heißt das, mir Zeit zu nehmen, bevor ich reagiere, um all das zu tun, was ich schon beschreiben habe und mich dann in meiner vollen Verletzlichkeit zu zeigen. Ja, mich verletzlich zu zeigen, wenn ich verletzt wurde, das braucht so viel Mut!

Nein, ich bin nicht perfekt darin geworden, obwohl ich schon so lange übe. Ich empfinde immer noch manchmal Neid und das Gefühl, vielleicht neben der anderen nicht bestehen zu können. Dennoch sind viele meiner Schwesternwunden am verheilen und ich durfte tatsächliche, tiefe Schwesternschaft und eine unbeschreibliche, tiefe, zutiefst beglückende Nähe zu anderen Frauen erfahren.

Bist du dabei?

 

 

Dunkelheit und warum wir sie so dringend brauchen

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Die Dunkelheit ist in unserer Zeit nicht sehr beliebt, aber wie gut, wir können ja das Licht aufdrehen.  Viele stöhnen, dass sie diese Zeit des Jahres schwer aushalten, zu schlechter Stimmung und Lustlosigkeit neigen und es deswegen kaum erwarten können, dass es wieder Frühling wird. Sie versuchen, der Dunkelheit auszuweichen und landen gerade darüber oft in Depression und Erschöpfung.

Aber: Ist es denn wirklich nicht gut, wenn der Tag früh endet und es manchmal scheinbar gar nicht richtig hell wird? Das möchte ich hier hinterfragen und nachspüren, wozu wir auch die Dunkelheit dringend brauchen.

In unserer Gesellschaft wird Leistung groß geschrieben, der Intellekt und die Wissenschaft entscheiden über die „Wahrheit“ und außerdem sollen wir möglichst immer positiv gestimmt sein. Dabei kommen einige Dinge zu kurz, die für uns Menschen und wohl noch mehr für uns Frauen von großer Bedeutung sind. Die Dunkelheit ist die Zeit des Rückzugs von der Welt, die Zeit der Gefühle und der Reflexion. In dieser Zeit entstehen Visionen, Träume und eine ganz besondere Nähe zu den Menschen, die uns wirklich wichtig sind. Es ist die Zeit des Abstieges in die Unterwelt, bei dem wir wie die Göttin Inanna alle äußeren Zeichen unserer Identität ablegen, unsere Masken fallen lassen und mit unserem nackten, wahren Sein konfrontiert sind. Dort treffen wir unsere lang verdrängte Wut, die tiefe Trauer, der wir uns noch nicht genug gestellt haben und unsere wahren, tiefen Alpträume. Wer mag da schon freiwillig hingehen!?

Doch, du glaubst es jetzt vielleicht nicht leicht, ich liebe die Dunkelheit von ganzem Herzen. Über viele tiefe Prozesse habe ich die Erfahrung gemacht, dass mich all diese tiefen Themen sowieso einholen und außerdem hinter der Dunkelheit meine größten Schätze auf mich warten. Und ich weiß, ich habe es schon so oft geschafft, mir selbst zu begegnen, meinen Schmerz auszuhalten und zu schlottern, zu brüllen, verzweifelt zu wimmern und zu glauben, nun ist alles aus.

Danach, ganz langsam, wird es wieder heller, zuerst nur ein ganz schmaler Streifen am Horizont, dann immer kräftiger und schließlich in gleißender Pracht. Diese Erfahrung prägt sich ein und das Vertrauen wächst, ja auch diese Nacht geht vorbei, auch diesmal werde ich ein kleines Stück heiler und ganzer daraus hervorgehen. Und schau, was ich diesmal Wunderbares mitbringen konnte!

So habe ich auch die große Fräude daran entwickelt, Menschen durch ihre dunklen Täler zu begleiten, ihnen Mut zu machen und sie daran zu erinnern, dass das Licht wieder kommt. Denn auch das weiß ich aus jahrelanger Erfahrung: Es gibt nichts, was so gut durch die Dunkelheit begleitet, wie eine liebevolle Hand oder ein bestärkender Blick.

Als Frau erleben wir das zu jeder Blutungszeit, als Menschen in der Reise durch die Jahreszeiten, im Rhythmus von Tag und Nacht, in der Veränderung des Mondes, in jedem unserer Atemzüge und schließlich im Annehmen unseres eigenen Todes. All diese Dunkelheiten immer wieder bewusst zu leben und daran zu reifen, vertieft unsere Persönlichkeit, stärkt unser Vertrauen ins Leben und auch unsere Fähigkeit, anderen beizustehen.

Nimm dir Zeit für die Dunkelheit!

 

Beschwerdefrei zur Zeit der Blutung – 10 Tipps für entspannte Tage

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Die Zeit der Blutung ist für viele Frauen eine große Herausforderung. Zugleich sprechen nur wenige darüber, wenn es ihnen damit nicht gut geht, weil in den Köpfen so tief drin steckt: Das ist halt so!

Nun, das muss überhaupt nicht so sein, leider ist hier jedoch viel altes Frauenwissen verloren gegangen und viele wissen gar nicht, was sie während ihrer Tage für sich tun können. Hier also 10 Tipps für entspannte Tage:

  • Die Blutung ist ein anstrengender Vorgang für den Körper der Frau. Es geht viel Flüssigkeit, Eisen und Eiweiß verloren, das ersetzt werden sollte. Blutkörperchen gehören nachgebildet und so arbeitet der Körper auf Hochtouren. Deswegen: Raste und Schlafe jeden freien Moment und erlaube dir, das als 1. Priorität zu setzen. Ich verspreche dir, deine Energien sind dadurch nach der Blutung so kraftvoll, dass du alles gleich wieder auf grad hast!
  • Ernähre dich gesund, mit vielen hochwertigen Kohlehydraten und Eiweißen. Achte auf die Extraportion Eisen und genehmige dir 5 warme Mahlzeiten am Tag. Die Blutung ist nicht die Zeit für irgendwelche Reduktionskost!
  • Verzichte auf den Extrakick mit dem zusätzlichen Kaffee, raste statt dessen.
  • Halte deinen Bauch und deine Füße extra warm, damit deine Gebärmutter gut durchblutet ist.
  • Verwende keine Hygieneprodukte zum Einführen, sie behindern das Abfließen des Blutes und begünstigen so Krämpfe. Viele Frauen haben schon alleine deswegen keine Schmerzen mehr. Besonders angenehm und umweltfreundlich sind waschbare Stoffeinlagen und Menstruationshöschen.
  • Deine Sexualität zu leben kann wunderbar entspannen, verzichte jedoch auf eine Penetration, da diese ebenfalls zu Krämpfen führen kann.
  • Kommuniziere deine Bedürfnisse mit deiner Umgebung, damit du Unterstützung bekommst. Das gilt für den Partner, der ruhig ein paar Tage etwas mehr übernehmen kann, aber auch die Kolleginnen (vielleicht sogar die Kollegen) und einfach alle rund um dich herum.
  • Verzichte auf schweißtreibenden Sport, geh statt dessen lieber eine Runde spazieren oder mach ein paar Übungen frauenspezifisches Yoga.
  • Nimm dir Zeit für dich selbst und meditiere, zeichne oder schreibe in deinem Tagebuch. Die Zeit der Blutung ist auch ein psychisches Loslassen und es unterstützt deine Ausgeglichenheit ungemein, wenn du das bewusst tust. Dadurch entstehen oft wundervolle neue Visionen. Vielleicht magst du dir dafür sogar zu Hause ein Rotes Zelt aufbauen?
  • Trinke viel und in erster Linie warme Sachen. Hier ein wunderbarer Menstruationstee: Je 1/2 Teelöffel Fenchel, Kreuzkümmel und Koriandersamen 10 Minuten mit 1 Liter Wasser köcheln und warm über den Tag verteilt trinken.

Das klingt viel und schwer umzusetzen? Fang ruhig mit einem kleinen Schritt an und erlaube dir und deiner Umgebung, sich an deine neue Selbstfürsorge zu gewöhnen. Du wirst sehen, um so besser es dir gelingt, zur Zeit der Blutung gut auf dich zu schauen, um so ausgeglichener und kraftvoller fühlst du dich während des gesamten Zyklus.

Schlaf – nein, blut mal drüber!

Warum es für uns Frauen so unendlich wichtig ist, unsere Mutterbeziehung zu heilen

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In der heutigen Zeit haben sehr viele Frauen große Probleme dabei, sich selbst zu lieben. Das bezieht sich einerseits auf unsere Körperinnen, insbesondere auf den Schoßraum und die Brüste. Andererseits finden die meisten Frauen sich selbst als nicht gut genug, nicht liebenswert genug, nicht leistungsfähig genug, schlimmstenfalls nicht lebenswert. Das hat einen gesellschaftlichen Aspekt, der aber ganz tief verbunden ist auch mit dem zutiefst persönlichen Aspekt der Mutterbeziehung. Ja, auch hier, das private ist persönlich!

Das Thema der Selbstliebe ist so unmittelbar mit der Beziehung zur Mutter verbunden, weil in den meisten Fällen sie das Urbild von Beziehung schlechthin darstellt. In den Augen der Mutter und in den Armen der Mutter erlebt das Baby zum ersten Mal, was es bedeutet, was Liebe bedeutet, sie ist die Blaupause für alle späteren Beziehungen. Ja, das ist sie auch bei bei kleinen Buben, hier kommt aber nun die Krux: Die Mutter und die Großmutter und viele Generationen davor haben erlebt und bis in die Knochen gelernt, dass Frau sein weniger wert ist, gefährlich ist und Abhängigkeit erzeugt. Das heiß, sie nehmen andere Prägungen mit in ihre Beziehung zu den Töchtern, als zu den Söhnen und so saugen viele kleine Mädchen diese Werte mit der Muttermilch auf. Sie haben durch das Patriarchat verletzte Mütter und Großmütter, doch die selben Werthaltungen finden sie auch bei ihren Vätern, wenn sich diese ebenfalls einfinden.

Natürlich, es hat sich hier einiges verändert, doch von genug kann bei weitem noch nicht die Rede sein! Ich kenne keine Frau, die die Beziehung zu ihrer Mutter nur nährend und liebevoll beschreibt, wo nichts kompliziert oder verletzend ist. Diese Beziehung zu heilen, heißt im nächsten Schritt auch, zu lernen, sich selbst eine liebevolle Mutter zu sein, also sich selbst bedingungslos anzunehmen und zu lieben.  Dieser Weg birgt oft tiefen Schmerz, den zu transformieren für viele Frauen harte Arbeit bedeutet. Deswegen braucht er oft professionelle Unterstützung und den Austausch mit anderen Frauen. Doch es rentiert sich unendlich, diesen Weg zu beschreiten, denn dahinter warten wahre Selbstliebe und Selbstachtung, kompromissloses Stehen zu den eigenen Bedürfnissen und eine tiefe Verbindung zur weiblichen Quelle.

Doch es kommt noch mehr: Sich selbst zu heilen bedeutet hier wie sonst nirgends, auch die Generationen vor dir und die nach dir zu heilen. Es bedeutet, die eigene Tochter bedingungslos lieben zu können und ist somit ein zutiefst politischer Akt zur Befreiung der Frau.